Vermehrungsarten
Das Abmoosen
Es wird oft bei der Zimmerkultur von Gummibäumen und anderen Aronstab- und Araliengewächsen angewandt.
Als erstes wird an der Stelle, wo später abgetrennt werden soll, ein nach oben länglicher Schnitt, max bis zur Hälfte der Stammdicke vorgenommen.
Damit die Stelle auch rasch bewurzelt wird, pudert man etwas „Wurzelfix“ über den Anschnitt.
Danach kann man, muss man aber nicht einen kleinen Holz Keil in die Schnittstelle klemmen, damit sie nicht wieder zusammen wächst.
Mit einer Kunststofffolie umwickelt man nun den Stamm und bindet den unteren Teil manschettenförmig fest. Danach wird feuchter Torf oder Sphagnum gefüllt. Die Manschette (Folie) wird dann oben auch zugebunden.
Nach der Bewurzelung ist die Manschette sehr vorsichtig zu entfernen, damit die feinen jungen Wurzeln nicht beschädigt werden.
Den Stamm ganz durchtrennen und sofort in geeignete Blumenerde einpflanzen.
Das nun kopflose Unterteil kann man entweder wegschmeißen, oder man wartet einen eventuellen Neuaustrieb ab.
Kopf- / Teilstecklinge
Viele Pflanzen lassen sich über Kopfstecklinge vermehren. Die Vorgehensweise ist hier relativ einfach.
Für diese Art der Stecklinge schneidet man eine gesunde Triebspitze mit einer Länge von 6 – 10 cm ab. Sie sollte ungefähr drei bis vier Blätter besitzen, von denen man die Unteren entfernt. Der Schnitt selbst erfolgt leicht schräg, direkt unter einem Blattknoten (Nodien) ab.
Je größer die noch vorhandenen Blattflächen sind, umso mehr werden die, für die Wurzelbildung, benötigten Stoffe produziert. Um auf Nummer „Sicher“ zu gehen, kann man die Schnittstelle auch noch mit einem Bewurzelungshormon behandeln. So jetzt die einzelnen Stecklinge in einen Topf mit Anzuchterde pflanzen. Um die Verdunstung des Stecklings zu reduzieren ist es von Vorteil eine lichtdurchlässige Kunststofftüte darüber zu stülpen. Am besten vorher drei oder vier Schaschlik Spieße in die Erde stecken.
Das Werkzeug ist aber auch sehr wichtig! Scheren gehen schon mal gar nicht, sie sind absolut falsch. Alte, ausgediente oder stumpfe Küchenmesser sind auch nicht von Vorteil. Sie quetschen nur den Steckling. Ein sauberes, scharfes Teppichmesser ist hier sehr gut geeignet, noch besser ist jedoch eine Rasierklinge.
Wird ein weiterer Steckling (Teilsteckling), also ohne Kopf, geschnitten so sollte dieser nicht zu holzig sein. Die Bewurzelung dauert sonst sehr lange. Zu weich darf er aber auch nicht sein, sonst besteht die Gefahr der Fäulnisbildung, also somit immer einen mittelweichen Teilsteckling aussuchen.
Blattstecklinge
Viele Pflanzen werden durch die sogenannten Blattstecklinge vermehrt. Diese Vermehrungsart ist zwar weit verbreitet, die Bewurzelung dauert aber um einiges länger als die der Kopfstecklinge. Ein
Paradebespiel ist hier die Begonie schlecht hin.
Grundsätzlich werden hier Blätter genommen und in einem Anzuchtgefäß, waagerecht, auf die Erde gelegt.
Danach werden die einzelnen Blattadern vorsichtig eingeritzt. Die Bodentemperatur sollte hierbei um die 24° C – 26° C betragen.
Nach einer gewissen Zeit entstehen an diesen Einschnitten kleine, junge Pflänzchen. Eine lichtdurchlässige Haube ist hier auch wieder von Vorteil.
